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  • CDU Goch

Christdemokraten luden zu Podiumsdiskussion zur ärztlichen Versorgung

Auch Ärztehaus in Goch wohl im Bereich des Möglichen


 Gruppenfoto  nach  der  Veranstaltung;  Personen  von  links  nach  rechts:  Dr.  Jürgen  Berger-Roscher,  Pascal  Wieners,  Fabian Zitzke, Prof. Dr. Volker Runde, Katja Kempkes, Dr. Christoph  Starke,  Gabriele  Theissen,  Joschka  Heinemann  (Bildnachweis:  privat)
Gruppenfoto nach der Veranstaltung; Personen von links nach rechts: Dr. Jürgen Berger-Roscher, Pascal Wieners, Fabian Zitzke, Prof. Dr. Volker Runde, Katja Kempkes, Dr. Christoph Starke, Gabriele Theissen, Joschka Heinemann (Bildnachweis: privat)

Der Arbeitskreis der Frauen Union Goch sowie der CDU-Ortsverband Goch hatten alle Gocher Bürgerinnen und Bürger zu einer Podiumsdiskussion zur medizinischen und ärztlichen Versorgung in Goch in das Goli-Theater eingeladen. Als Podiumsgäste waren vertreten: Prof. Dr. Volker Runde der Ärztliche Direktor des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums, der Vorsitzende der Kreisstelle Kleve der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein Dr. Christoph Starke, die Gesundheitsbeauftragte der Stadt Goch Gabriele Theissen und Dr. Jürgen Berger-Roscher, der als niedergelassener Hausarzt in Goch in einer Gemeinschaftspraxis tätig ist und darüber hinaus mit seinem Geschäftspartner einen Pflegedienst, das Palliativnetzwerk Rhein-Maas, gegründet hat. Der Regionaldirektor der AOK Rheinland/Hamburg für die Kreise Kleve und Wesel Manrico Preissel musste sich krankheitsbedingt kurzfristig entschuldigen und durch Pascal Wieners, den Leiter Regionales Gesundheitsmanagement der AOK Rheinland/Hamburg vertreten lassen. Die Moderation der Podiumsdiskussion übernahm der Radiomoderator Joschka Heinemann, der immer wieder durch fachlich fundierte Nachfragen Akzente setzte und die Diskussion lebendig halten konnte.


Die Leiterin des Arbeitskreises der Frauen Union Goch Katja Kempkes betonte eingangs die hohe Bedeutung des Themas: "Die medizinische Versorgung steht gerade im ländlichen Raum vor riesigen Herausforderungen. Dabei steht fest: Die Gesundheit ist unser höchstes Gut! Wir sind gespannt, welche Maßnahmen die anwesenden Experten zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Goch empfehlen können." Dass die Gocher Bürgerschaft Katja Kempkes Einschätzung und Interesse teilte, spiegelte sich auch in der Beteiligung an der Veranstaltung wider. So hatten sich etwa 120 Gocher Bürgerinnen und Bürger in das traditionsträchtige Goli-Theater begeben. Und nicht nur das - die Gäste brachten sich immer wieder proaktiv mit Fragen in die Diskussion ein.


Wenige Tage vor der Veranstaltung war bekannt geworden, dass die Stadt Goch beabsichtigt, ab Herbst 2024 ein pädiatrisches Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in kommunaler Trägerschaft im ehemaligen Tertianerinnen-Kloster zu eröffnen. Die Gespräche mit zwei Kinderärzten seien bis zum Zeitpunkt der Veranstaltung durchaus vielversprechend verlaufen. Man wolle aber noch warten, bis die Tinte unter den Verträgen trocken sei, bevor man Fakten vermelde, mahnte Gabriele Theissen. Die sich abzeichnende Entwicklung, dass die Stadt Goch in absehbarer Zeit voraussichtlich wieder über Kinderärzte verfügt, wurde von den Podiumsteilnehmern ausdrücklich begrüßt. In den vergangenen Jahren sei ein großer Teil der Unterversorgung mit Kinderärzten im Stadtgebiet durch Hausärzte, also Allgemeinmediziner, aufgefangen worden, wie Dr. Jürgen Berger-Roscher erklärte. Dieser merkte auch an, dass er und sein Geschäftspartner in den vergangenen Jahren durchaus bestrebt gewesen seien, in Goch in ein großes und modernes Ärztehaus zu investieren, um nicht nur die fünf über das Stadtgebiet verteilten kleineren Standorte zu zentralisieren, sondern auch neues medizinisches Fachpersonal durch attraktive Räumlichkeiten anzuziehen. Die Gespräche mit der Stadtverwaltung seien bislang aber nicht erfolgreich verlaufen. Gabriele Theissen machte hier deutlich, dass man sehr zeitnah in den Kontakt mit den Ärzten treten werde, um verbindlich über mögliche Realisierungsoptionen für das angestrebte Projekt der jungen Ärzte zu sprechen.


Entscheidend sei für die Niederlassung von Ärzten, die heutzutage ganz überwiegend weiblich sind, auch das Vorhandensein guter Rahmenbedingungen, so die Mediziner Runde und Starke. Damit seien z.B. umfassendere Kinderbetreuungsmöglichkeiten gemeint. Familie und Beruf müssten sich heutzutage miteinander vereinbaren lassen. Das gelte selbstverständlich auch für Ärzte. Auch bei der Kinderbetreuung habe die Kommune die Möglichkeit zu wirken.

Sowohl Dr. Berger-Roscher als auch Prof. Runde betonten außerdem, dass man grundsätzlich nicht daran vorbeikomme, die medizinische Versorgung komplett neu zu denken. So verwies Dr. Jürgen Berger-Roscher auf die auch für die Patienten durchweg positiven Erfahrungen durch den Einsatz von Advanced Practice Nurses, medizinisch hoch qualifiziertem Fachpersonal unterhalb der Qualifikationsstufe eines Arztes, die aber breite Teile des Aufgabenspektrums eines Arztes abdecken können. Prof. Runde berichtete, dass die Schlaganfallversorgung in Dänemark mangels Personals künftig zentral mit einer einzigen sogenannten "Stroke Unit" geregelt werde. Die Schlaganfall-Patienten würden dann aus dem ganzen Land grundsätzlich per Helikopter zur Behandlung nach Kopenhagen geflogen.


Der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Fabian Zitzke resümierte: "Die Herausforderungen werden zwar nicht kleiner, sondern in Anbetracht der demographischen und strukturellen Herausforderungen eher größer. Dennoch sind wir frohen Mutes, dass von dieser Veranstaltung auch ein Impuls für weitere Verbesserungen der medizinischen und ärztlichen Versorgung in unserer Heimatstadt ausgehen kann. Wir bleiben auch bei diesem Thema am Ball!"

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