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Was wird aus dem Gocher Klosterplatz?

Rheinische Post (17.02.2018) von Jens Helmus

Goch. Ein Unternehmen möchte zwischen Pfarrkirche und Kolpinghaus seine Zentrale errichten. In einer CDU-Diskussionsrunde äußerten Bürger Unmut darüber, dass die Stadt den Namen des Unternehmens nicht nennt.

Einen Parkplatz am Gocher Kolpinghaus zu finden, war am Donnerstagabend nicht leicht. Zwar ist die Karnevalszeit vorbei, aber auf dem angrenzenden Klosterplatz blockierte noch das Gerüst des großen Festzeltes die Stellplätze. So konnten sich die Besucher der CDU-Diskussionsrunde mit dem Thema "Bebauung des Klosterplatzes" schon mal einen Eindruck davon verschaffen, wie sich die Parkplatzlage in der Innenstadt durch eine Bebauung der 6000 Quadratmeter großen (Park-)Fläche verändern könnte.

Unmut machte sich bei einigen Bürgern aber nicht aufgrund der erschwerten Parkplatzsuche breit, sondern weil sie sich von Stadt und Rat im Dunkeln gelassen fühlten: "Sie erzählen uns von 140 Arbeitsplätzen am Klosterplatz, aber wenn man wissen will, ob die Arbeitsplätze bereits in Goch angesiedelt sind, bekommt man keine Antwort", merkte einer der Gäste im restlos gefüllten Kolpingsaal an. Die RP hatte allerdings bereits berichtet, dass es sich um ein in Goch tätiges Unternehmen handelt, das in der Stadt bisher etwa 80 Arbeitsplätze bietet. Auch als jemand konkreter wurde und fragte, ob es sich um ein niederländisches Unternehmen "mit vier Betriebsstätten und 320 Mitarbeitern" handelt, wollten Stadt- und Ratsvertreter den Firmennamen nicht nennen.

Moderator Klaus Völling (CDU), als Architekt mit städtebaulichen Themen ebenso befasst wie mit Bauherren, versuchte zu beruhigen: "Es gibt viele Gerüchte, aber ich bitte Sie alle, den Investor nicht in dieser frühen Phase zu verschrecken, indem Sie die Gerüchteküche weiter anheizen. Das Unternehmen hat uns gebeten, nicht öffentlich darüber zu diskutieren. Das müssen wir respektieren, auch weil wir im Wettbewerb mit anderen Standorten stehen."

 

Vor der öffentlichen Fragerunde hatten Stadtbaurat Dominik Bulinski und Wolfgang Jansen, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft GO!, Möglichkeiten der Bebauung präsentiert.

 

"Die Sichtachsen zwischen der Kirche, dem Männerhaus und dem Kloster als stadtbildprägende Objekte soll erhalten bleiben", erklärte Bulinski - angedacht sei, etwa die Hälfte der 6000 Quadratmeter zu bebauen und den Rest als "halböffentlichen Raum" zu gestalten. Grafiken vermittelten einen ersten Eindruck, wie die Bebauung später aussehen könnte. Podiumsgast Johannes Bellen aus dem Vorstand der Kirchengemeinde St. Arnold Janssen betonte, der Fortbestand der Sicht-Achsen sei für die Mitglieder sehr wichtig, ebenso wie eine Kompensation der wegfallenden Parkplätze und die Sicherstellung der Erreichbarkeit. "Viele ältere Menschen besuchen die Kirche und das Michaelsheim - sie müssen weiterhin an die Kirche herangebracht werden können", so Bellen. In den Kirchengremien waren die ersten Pläne zur Bebauung bereits vorgestellt worden und "sehr gut angekommen", ergänzte er.

Hinsichtlich der Parkplätze präsentierten Stadt- und Ratsvertreter noch keine Alternativen: "Wir stehen derzeit in Abstimmung mit dem LVR, ob der Bau einer Tiefgarage mit dem Bodendenkmalschutz vereinbar ist. Das wäre die beste Lösung, aber wir müssen hier noch abwarten", so Wolfgang Jansen von der GO!.

Auch alternative Standorte für die Kirmes und Veranstaltungen wie Karneval und Martinszug stellten Stadt und Rat am Donnerstagabend nicht vor.


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