Fahrschule für Senioren kommt gut an

Goch (RP). Die Senioren-Union bot mit der Gocher Fahrschule Engel "theoretischen Unterricht" an – und 75 Besucher sind dabei: "Der Bedarf, das hat unsere Aktion gezeigt, ist groß", sagt Wolfgang Pitz, Vorsitzender der Union. Und macht weiter.  VON THOMAS CLAASSEN

 

Fahrlehrer Helmut Engel (r.) an der Tafel: Bürgermeister Karl-Heinz Otto (zweiter von links), CDU-Stadtverbandschef Josef Thonnet (links) und Wolfgang Pitz von der Senioren-Union, der das Ganze "ausgeheckt" hat, lauschen im zwanglosen Unterricht. Der ganz andere theoretische Unterricht kam sehr gut an. Foto: Klaus-Dieter Stade

Es war, sagt Wolfgang Pitz, Vorsitzender der CDU-Senioren-Union in Goch, eine Abstimmung mit den Füßen. Volles Haus in der ganz besonderen und bislang einmaligen "Fahrschule": Helmut Engel, selbst seit mehr als einem Vierteljahrhundert im Geschäft, dem der Fahrertüchtigung nämlich, rief gemeinsam mit der Union zum Unterricht – und 75 Senioren kamen. Freiwillig, gut gelaunt, wissbegierig – und voller Neugier auf das, was da wohl kommen würde.

 


 

Neugierig ging mit gutem Beispiel auch Gochs erster Bürger voran. Karl-Heinz Otto nahm sich wie alle anderen auch die 90 Minuten Zeit, sich von einem Fachmann auf den neuen "Stand der Dinge" bringen zu lassen. Was, bitte schön, ist "Schrittgeschwindigkeit"? Ein Begriff, der vor etlichen Jahrzehnten, als die nicht mehr ganz junge Klientel selbst noch sehr jung war, bei aller Theorie noch nicht vorkam. Welche Verkehrszeichen, welche Regeln sind dazugekommen in all den Jahren?

Helmut Engel hielt sich nicht mit dem auf, was alle sowieso schon wussten und was man in der täglichen Praxis er-fährt, er hielt sich auch nicht mit theoretischem Kram wie "selbstfahrenden Arbeitsmaschinen" auf – es gab fürs geneigte Publikum in locker-leichtem Plauderton, ohne Längen und Langatmigkeit ein kurzweiliges Aktualisierungs-Programm.

Nach den 90 Minuten – da habe er immer wieder die Frage gehört, wann es denn weitergehe, so Wolfgang Pitz. "Für uns hat die Premiere deutlich gemacht: Wir haben mit diesem Thema viele Menschen angesprochen." Daher hat Fahrlehrer Engel zum Beispiel einzelne Fahrstunden speziell fürs reifere Publikum angeboten. Wiederum ohne Stress, ohne Prüfungs- und Versagensängste. Um vielleicht das eine oder andere kleine Defizit aufzuspüren? "Vielleicht, aber das muss es ja gar nicht geben", so Wolfgang Pitz.

"Uns kommt es darauf an, dass jeder so lange und so gut wie möglich mobil und unabhängig bleiben kann. Und das geht hier auf dem Land nun mal am besten, wenn man einen eigenen Wagen hat – und behält." Das sei aber kein Appell zu Leichtsinn und Selbstüberschätzung. "Im Gegenteil: Man muss gut und sicher fahren können, sonst hat das alles keinen Wert", so Pitz weiter. Natürlich sei ihm bewusst, es gebe dabei Ängste, "examiniert" zu werden. Da spreche er dem Fahrlehrer, mit dem die Senioren-Union für dieses Projekt zusammengearbeitet, "ein großes Lob aus. Wir sind nun aber keine Vermittler von Fahrstunden, es gibt auch andere Fahrschulen, wichtig ist, dass die Leute in eine Fahrschule gehen.

Es ist wichtig, auf dem neuesten Stand zu bleiben. Wir als Senioren-Union werden ganz sicher auch künftig immer wieder mit Veranstaltungen dafür sorgen, dass das Thema, das wir hiermit erst dazu gemacht haben, zu einem Thema nämlich, dass es weiter verfolgt wird."