Kita "Am Sandthof" bereit für Einjährige

Rheinische Post (9. August 2017) von Anja Settnik

Goch. Wenn das neue Kindergartenjahr beginnt, wird die Einrichtung deutlich verjüngt: In Gruppentyp 2 können dann Ein- bis Dreijährige aufgenommen werden. Insgesamt werden es 100 Jungen und Mädchen sein.

Mal innerstädtisch, mal draußen auf dem Land, diesmal am Rand der City: Gochs Senioren Union (SU) besuchte die Kindertagesstätte Am Sandthof. Träger ist die katholische Martin-Franz-Stiftung. "Was wir dort erfuhren und beobachteten, hat gezeigt, dass jede Kita ihr Eigenleben hat", erklärte anschließend Wolfgang Pitz, der SU-Vorsitzende. Über Monate hinweg haben er und seine Mitstreiter, erfahrene Männer und Frauen aus Goch, erst Senioreneinrichtungen, dann solche für Kinder besucht. Um sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen und auch, um Schwachstellen aufzutun, wo das sinnvoll erscheint.

Am Sandthof ist derzeit besonders eines festzustellen: Es wird großzügig angebaut. Zwei neue Gruppen bekommen Platz in einem Anbau. Jede der Gruppen wird einen Raum samt Nebenraum zur Verfügung haben, auch Wasch- und Wickelräume gehören dazu. Erweitert wird auch der ohnehin weitläufige Außenbereich - ein großes Stück Wiese kommt hinzu.

Gewickelt werden muss künftig häufiger: Dem Gruppentyp 2, der jetzt eingeführt wird, gehören schon Einjährige an. Laut Kinderbildungsgesetz KiBiz können Kindertagesstätten Gruppen für Ein- bis Dreijährige einrichten. Diese Gruppenform 2 ist im Kreis Kleve noch recht selten, wie die Kreis-SPD kürzlich unzufrieden festgestellt hatte. In Goch gibt es allerdings mehrere Einrichtungen, die sich schon der Jüngsten annehmen.

"Die Eltern haben in den vergangenen Jahren die Nachfrage deutlich formuliert und entsprechend hat die Stadt Gruppen beantragt", berichtet die Leiterin der Kita Am Sandthof, Sabine Frücht. Zehn Kinder im Alter von einem bis drei Jahre darf sie in die eine Gruppe aufnehmen (tatsächlich sind vier Einjährige dabei), in der zweiten Gruppe können bis zu 25 Jungen und Mädchen von zwei bis fünf Jahren untergebracht werden; zunächst sind es aber nur 20. Von 7 bis 17 Uhr ist der Kindergarten geöffnet; die Hälfte der Kinder bleibt bis nachmittags.

Der Anbau geschieht nach dem Investorenmodell; ein Privater baut und vermietet an den Träger. Schon in drei Wochen kommen die Kleinen - sieben neue Kolleginnen wurden eingestellt. Vom Einsatz des Personals ist Gochs Senioren Union immer begeistert: "Wir erleben in allen Kitas hochmotivierte Leiterinnen und Erzieherinnen", sagt Pitz. "Vermisst haben wir Männer unter den Pädagogen: Auch in der Kita am Sandthof sind bisher nur Erzieherinnen tätig. Schade, weil Kinder schließlich auch männliche Vorbilder und Ansprechpartner haben sollten." Genau dazu kommt es jetzt: Wie die RP erfuhr, wird der erste männliche Kollege erwartet.

Eröffnet wurde die Kita Am Sandthof am 1. August 2015. Wie auch der Kindergarten im ehemaligen Jugendheim Astra an der Pfalzdorfer Straße stand die Gründung in Zusammenhang mit dem Fehlen von Kita-Plätzen, nachdem die Kommunen durch die neue Gesetzgebung gezwungen waren, eine unerwartet hohe Anzahl von U3-Plätzen zur Verfügung zu stellen.

Etwas ungewöhnlicher Ort der Einrichtung ist das Gewerbegebiet Süd; hervorgegangen ist die Kita aus einem privaten Wohnhaus, das umgebaut wurde und gerade seinen zweiten Anbau bekommt. Mit dieser Randlage verbunden ist die Notwendigkeit für Eltern, die stark befahrene Uedemer Straße zu überwinden. Das ist nicht ideal. "Andererseits bringen viele Eltern, auch viele aus Pfalzdorf, ihre Kinder mit dem Auto, häufig auf dem Weg zur Arbeit", erklärt Sabine Frücht.

Drinnen ist alles wunderbar - ein sehr helles, freundliches und großzügiges Haus, in dem gerade noch die Handwerker den Feinschliff erledigen, bevor der Anbau eingerichtet werden kann. Sabine Frücht und ihre Kolleginnen freuen sich schon ebenso wie die Kinder auf den Neu-Start im August.