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Sucht im Alter

Goch. Die Senioren Union Goch hat ein Tabu zum Thema gemacht und gemeinsam mit den Anonymen Alkoholikern nach Lösungsansätzen gesucht. Fazit: "Man sollte keinesfalls wegschauen."Von Sabrina Peters

Auf ihren Ruhestand freuen sich viele Senioren kurz vor ihrer Pensionierung. Ihren Lebensabend wollen sie meist mit Unternehmungen verbringen, zu denen sie während ihrer beruflichen Tätigkeit nur wenig Zeit fanden und die sie dann noch einmal genießen wollen.

Doch einen solchen Ruhestand haben nicht alle Senioren, sagt Wolfgang Pitz, Vorsitzender der Gocher CDU-Senioren Union. "Manche werden einsam und haben damit zu kämpfen, dass ihnen nach der Pensionierung eine Lebensaufgabe fehlt. Manche werden im Alter dann noch süchtig", so Pitz. Immer wieder höre er von Menschen älteren Semesters, die zunächst frustriert und dann süchtig geworden seien.

Diese Sucht habe viele Aspekte. "Es gibt welche, die Tabletten-süchtig werden", merkt Pitz an. Dabei gehe es nicht nur darum Schmerzen zu lindern, sondern auch besser schlafen zu können. Viele Senioren greifen dabei jedoch zu leichtfertig zu Tabletten, meinen auch die Anonymen Alkoholiker, die anlässlich eines von der CDU Senioren Union organisierten Nachmittages zum Thema Sucht im Gocher Hotel Litjes referierten.

Wiederum andere, so Pitz, greifen im Alter zur Flasche und werden Alkoholiker. "Manchmal ist es auch nur die Flasche Wein, die vorher mit dem verstorbenen Lebenspartner zusammen getrunken wurde und plötzlich aus Trauer jeden Abend alleine", sagt Pitz. Für ihn werde es Zeit, dass auch auf dieses Thema aufmerksam gemacht werde; besonders auch in Seniorenstätten wie dem Altenheim. "Viele werden erst im Altenheim zum Alkoholiker. Meine Erfahrung zeigt, dass da teilweise wirklich gesoffen wird", erläutert Pitz. Oft werde das von den Pflegern einfach so hingenommen mit der Begründung, dass man den Senioren nicht diese Freude wegnehmen wolle. Die Anonymen Alkoholiker haben dazu jedoch eine klare Meinung: "Wir reden hier von Alkohol. Diese Sucht führt unbekämpft zu einem elenden und qualvollen Tod. Deshalb sollte auch älteren Menschen geholfen werden, ihre Sucht zu bekämpfen. Man sollte keinesfalls wegschauen."

Um aufzuzeigen, was die Krankheit mit einem Menschen anrichten kann, dass man sie aber auch erfolgreich bekämpfen kann, berichteten vier trockene Alkoholiker der Anonymen Alkoholiker aus ihrem Leben und gaben den zahlreichen anwesenden Senioren Tipps und Erklärungen zum Thema Sucht mit auf den Weg. Das wichtigste sei demnach, dass der Betroffene erkenne, dass er Alkoholiker sei.

"Das ist aber nicht so einfach. Es gibt Menschen, die trinken fast täglich, können aber auch problemlos damit aufhören. Das können Alkoholiker nicht. Man geht aber auch nicht zum Arzt, lässt sich untersuchen und der sagt dann: Ja, sie sind Alkoholiker. Das kann man nur selbst feststellen", so ein Betroffener.

Doch gerade diese Einsicht, dass man erkrankt sei, sei wichtig für die spätere Therapie. Erfolge diese zwangsweise, verspreche sie wenig Erfolg. "Es muss schon im Kopf Klick machen", sagen die Anonymen Alkoholiker, die mit ihren wöchentlichen Treffen sehr viel dazu beitragen, dass Erkrankte wieder genesen.

"Die Gespräche mit anderen Alkoholikern sind dabei am wichtigsten", meinen die Betroffenen.

Trotzdem erfordere es viel Disziplin, die Krankheit zu besiegen und wirklich keinen Schluck Alkohol mehr zu trinken. "Alkoholiker bleibt man ein Leben lang, selbst wenn man aufgehört hat zu trinken. Deshalb konsumiere ich nicht mal mehr eine Alkohol-Praline oder alkoholfreie Getränke in typischen Gläsern, aus denen üblicherweise Alkohol getrunken wird", erzählt ein Referent. Das erinnere ihn zu sehr an den Geschmack und die Wirkung von Alkohol, die er jahrelang brauchte.

Unter der Internetadresse www.anonyme-alkoholiker.de gibt es noch mehr Informationen zum Thema.

Eine Kontaktaufnahme zu den Anonymen Alkoholikern kann über die E-Mail Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erfolgen.

Quelle: RP

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