Pferdefreunde: Ehrenamt funktioniert

Goch (RP). Reiten – kein elitärer Sport. Einige hundert Mitglieder beim Club der Pferdefreunde Goch beweisen das immer wieder aufs Neue. Die Senioren-Union Goch – auf ihrer Ehrenamts-Tour durch die Stadt – war sichtlich beeindruckt.

Gruppenbild mit Symbolcharakter: Die Jugendarbeit beim Club der Pferdefreunde in Goch funktioniert perfekt. Auch darum hat der Verein so großen Zulauf. Die Senioren-Union Goch, die durch Besuche bei Vereinen das Ehrenamt weiter fördern will, war begeistert. Foto: Gottfried eVERS

Eine Anlage, die sich sehen lassen kann. Eine, die viel Arbeit macht. Und alles im Ehrenamt. Huck'scher Hof, Kalbecker Straße: Domizil des Clubs der Pferdefreunde Goch. Gut aufgestellt. Reiter, Fahrer, Voltigierer, Garde. Viele Helfer, die die Anlage pflegen. Und dann die "Kantinendamen" mit ihren in ganz Goch sagenumwobenen Reibekuchen, die jetzt besonders gut schmecken. "Ja, der Verein ist wirklich gut aufgestellt", sagt Wolfgang Pitz, Chef der Senioren-Union in Goch. "Und wir haben gesehen, wie viel hier für Jugendliche getan wird." Begeisterung fürs Reiten – die Gäste sahen beim Voltigieren zu. Hörten, dass sich die jungen Menschen, die dafür als Trainer zur Verfügung stehen, selbst groß geworden sind im Club der Pferdefreunde.

 

Ein begeisterndes Hobby, "das auch Verantwortung bedeutet", so Wolfgang Pitz. "Die Kinder und Jugendlichen kommen nicht dort hin, steigen aufs Pferd und nach dem Vergnügen geht's ab nach Hause, sie lernen, wie viel Arbeit es bedeutet, ein Pferd zu pflegen und zu versorgen. Und gleichsam nebenher würden sie auch Sozialverhalten lernen. Es sei nicht bezifferbar, wie vielen Kindern und Jugendlichen der Verein im Laufe seiner mittlerweile 65-jährigen Geschichte schon Freizeitvergnügen und dazu die Basis für sportlichen Erfolg geboten habe. Und dabei den Begriff "Breitensport" nie aus den Augen verloren habe. Denn, so das Urteil der Senioren-Union: Der Verein bemühe sich, die Mitgliedsbeiträge stets so niedrig zu halten, dass es sich eben jeder leisten könne, dabei zu sein.

"Und Gemeinschaft wird großgeschrieben in diesem Verein", so Wolfgang Pitz. "Es gibt keine Pflichtstunden, alles ist freiwillig. Und obwohl so viele Arbeitseinsätze erforderlich, so viele Aufgaben zu erledigen sind wie die Pflege der großen Anlage und des Außenbereichs, der Reithallen und des fürs ganze Jahr geeigneten, wetterfesten Platzes, klappt das alles doch hervorragend."

Wenngleich: Immer schwieriger werde das ehrenamtliche Engagement, machten der Vorsitzende Jürgen Gembler, "Vize" Reiner Kunz und Geschäftsführer Reinhard Zaadelaar im Gespräch mit der Senioren-Union deutlich. Pitz: "Der Club der Pferdefreunde klagte genauso wie die anderen Vereine, mit denen wir übers ehrenamtliche Engagement gesprochen haben, darüber, dass es für die Menschen offenbar immer schwieriger wird, sich zeitlich festzulegen. Immer an einem bestimmten Wochentag zu einer bestimmten Zeit vor Ort sein – das klappt heute wegen vielfältiger beruflicher Anforderungekaum kaum noch." Bei den Pferdefreunden klappt's aber irgendwie weiterhin mit dem Ehrenamt. Deshalb, weil, so der Vorstand, man versuche, "allgemeinen rückläufigen Trends offensiv zu begegnen" und das sportliche Angebot stets auf hohem Niveau zu halten. Und der Club der Pferdefreunde legt den Schwerpunkt ganz klar auf Jugendarbeit und Breitensport – ohne dabei besondere Talente so zu fördern, dass sie in die Kategorie "Leistungssport" kommen können. "Das alles funktioniert offenbar sehr gut", so Pitz. "Und es wurde deutlich, wie viel auch dieser Verein für das öffentliche Leben und attraktive Sportangebote in dieser Stadt tut."