Van Baal: Trenckmann widerspricht SPD

Der Bürgermeisterkandidat der CDU: Heinz van Baal aus Goch-Kessel. FOTO: klaus-dieter stade (RP)

Goch. Jugendarbeit, Parkgebühren, Personalentscheidungen. Der CDU-Bürgermeisterkandidat reagiert mit Verwunderung auf die Aussagen von Bettina Trenckmann. Sein Vorwurf: Die SPD-Kandidatin erwecke einen falschen Eindruck beim Bürger. Von Ludwig Krause (RP)

Schon bei ihrer Antrittsrede machte sie deutlich, wohin der Weg gehen soll: Bettina Trenckmann hat nach ihrer Nominierung zur SPD-Bürgermeisterkandidatin kein Blatt vor den Mund genommen und sich gleich zu mehreren Themen geäußert (RP berichtete). Ihr Rundumschlag stößt dabei auf teils heftige Reaktionen in der Politik. So wundert sich auch CDU-Bürgermeisterkandidat Heinz van Baal darüber, dass Trenckmann Beschlüsse ihrer eigenen Partei anprangere. "Ich finde es komisch, wenn Frau Trenckmann sagt, die Gocher fühlten sich beim Thema Parkgebühren übergangen. Dabei war es doch gerade der Antrag der SPD, der die Bewirtschaftung überhaupt erst gefordert hat", sagt van Baal.

Auch bei anderen Themen hätten die Aussagen der 54-jährigen Sozialdemokratin für Irritationen gesorgt. "Wenn sie erklärt, dass die Personalie des Stadtarchivars Koepp nach der Wahl noch einmal vorurteilsfrei geprüft werden müsse, wirft sie der Verwaltung ja indirekt vor, dass sie sich bei der Entscheidung von Vorurteilen hat leiten lassen. Das ist ein starkes Stück", sagt van Baal. Nach der veröffentlichten Stellungnahme der Stadt geher er davon aus, dass die Verwaltung bei der Vakanz der Stelle des Standesbeamten gründlich abgewogen und eine sachliche und erforderliche Entscheidung getroffen habe. Auch könne er nicht nachvollziehen, warum man mit der Entscheidung bis nach der Wahl hätte warten sollen, so wie es Trenckmann gefordert hatte. "Bis wann soll ein Bürgermeister denn noch Entscheidungen treffen dürfen? Bis sechs Monate vor der Wahl? Oder bis zu einem Jahr vorher? Möchte Frau Trenckmann im Falle einer Wahl die Arbeit dann bereits frühzeitig einstellen? Ist das der Stil, mit dem die Bürgermeisterkandidatin der SPD eine Verwaltung führen möchte? Als Bürgermeister ist man für die volle Amtszeit gewählt. Man hört nicht frühzeitig auf, die Verwaltung zu leiten. Man ist gewählt, um Entscheidungen zu treffen", sagt Heinz van Baal.

Zur Erinnerung: Hans-Joachim Koepp war nach großen Verdiensten um das Gocher Stadtarchiv auf den Posten des leitenden Standesbeamten versetzt worden. Nach heftigen öffentlichen Protesten legte auch Koepp schriftlich Widerspruch gegen die Versetzung ein. Dass Bettina Trenckmann sich jetzt öffentlichkeitswirksam in die Angelegenheit einmische, halte er für den falschen Weg, sagt Heinz van Baal. "Personalentscheidungen können nicht über die Öffentlichkeit getroffen werden", sagt der CDU-Bürgermeisterkandidat.

Die Sozialdemokratin hatte Bürgermeister Otto zudem fehlendes Gespür bei der Jugendarbeit vorgeworfen, diese wolle er komplett einstellen. "Es hat nie jemand behauptet, dass die Jugendarbeit komplett eingestellt werden soll. Viel mehr war immer die Rede davon, während der Umbauarbeiten im Astra nach alternativen Räumlichkeiten zu suchen", sagt van Baal. Die Behauptung der Sozialdemokratin sei "schlicht falsch".

Wenigstens in einem Punkt aber sind sich die beiden Konkurrenten um das Amt des Bürgermeisters einig - wenn es um den Dienstwagen-Streit in der Weberstadt geht. "Ich habe bereits betont: Einen privaten Dienstwagen brauche ich nicht. Mehr ist dazu nicht zu sagen", erklärt Heinz van Baal. Auch Trenckmann hatte gefordert, dass das Dienstfahrzeug sofort abgeschafft gehöre. "So etwas geht auch von Rechts wegen gar nicht", so die Sozialdemokratin.

 

Quelle: RP