Heinz van Baal ist Gocher CDU-Kandidat

Zu den ersten Gratulanten von Heinz van Baal (2.v.l.) gehörten Günter Bergmann (Kreisvorsitzender der CDU), Josef van de Kamp (Vorsitzender CDU Goch), Landrat Wolfgang Spreen und Gochs Bürgermeister Karl-Heinz Otto (von links).  FOTO: KLAUS-DIETER STADE

Goch. Der 60-Jährige wurde im Kolpinghaus ohne Gegenkandidat und ohne Gegenstimme zum Bürgermeisterkandidaten nominiert. In seiner Rede machte er deutlich: Für leere Wahlversprechen und Geschenke ist er nicht zu haben.            Von Ludwig Krause

Man könnte den Eindruck gewinnen, die CDU in Goch habe in den vergangenen Monaten so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau gesucht. Der Bürgermeisterkandidat sollte qualifiziert sein und trotzdem nahe am Bürger, er sollte die Probleme in Goch angehen und aus den eigenen Reihen kommen. "Es kamen mehrere Kandidaten in Frage, aber uns war wichtig, von Anfang an keine Verlierer zu produzieren", sagte der Parteivorsitzende Josef van de Kamp.

Am Ende ist es einer geworden, von dem die Christdemokraten überzeugt zu sein scheinen, dass er der Richtige für die Nachfolge von Karl-Heinz Otto im Amt des Bürgermeisters ist: Heinz van Baal, Leiter der Gocher Polizei, ist am Mittwochabend von der Basis seiner Partei als Bürgermeisterkandidat nominiert worden. Von 68 stimmberechtigten Mitgliedern ist er bei einer ungültigen Stimme und zwei Enthaltungen gewählt worden. 97,01 Prozent der Stimmen entfielen auf van Baal, wie Wahlleiter Günter Bergmann verkündete. Einen Gegenkandidaten hatte der 60-Jährige nicht. "Mit so einer Zustimmung hätte ich nicht gerechnet. Das ist überwältigend", sagte van Baal kurz nach seiner Wahl.

 

 

Zuvor hatte der Kesseler sich und sein Grundsatzprogramm vorgestellt. Geboren und aufgewachsen ist van Baal in Kranenburg, er besuchte die Realschule in Kleve und das Gymnasium in Emmerich. Seit 41 Jahren ist er im Dienst der Polizei, seit vier Jahren als Leiter der Polizeiwache Goch. Seit 31 Jahren lebt er in Kessel. "Hier bin ich stark verwurzelt", meinte van Baal. Mit seiner zweiten Ehefrau Irene ist er seit acht Jahren verheiratet, der 60-Jährige hat zwei erwachsene Kinder. Auch die politische Erfahrung spricht für den Christdemokraten: 20 Jahre war er Teil des Gocher Rats, bevor er im vergangenen Jahr für den jüngeren Marc Groesdonk Platz machte. "Das war bereits längere Zeit so abgesprochen. Und ich pflege ein gegebenes Wort zu halten", sagte van Baal. Überhaupt machte er deutlich, dass Ehrlichkeit und Geradlinigkeit die Grundsätze seiner Kandidatur werden sollen. "Wir wollen schwarze Zahlen schreiben und keine Luftschlösser bauen. Wir versprechen nichts, was wir nicht auch einhalten." Das würde die CDU von anderen Parteien unterscheiden, die im Kommunalwahlkampf Gewinne mit Versprechen erzielt hätten, von denen anschließend kein einziges eingelöst worden sei.

Die Agenda für den kommenden Bürgermeister ist lang, das betont auch van Baal. Das Ziel müsse sein, kurzfristig einen ausgeglichenen Haushalt auf die Beine zu stellen, langfristig wieder positive Ergebnisse in der Weberstadt zu verzeichnen. "Wir alle müssen uns fragen: Was müssen, können und wollen wir uns in Zukunft leisten?" Alles müsse auf den Prüfstand, Geschenke gebe es keine zu verteilen.

Gleichzeitig müsse man sich aber deutlich besser vernetzen. "Wir müssen das Ohr am Bürger und an den Unternehmen haben. Nur so wissen wir sofort, ob und wo der Schuh drückt", sagt van Baal. "Wir wollen für die Bürger arbeiten, kleinen Nöte und Sorgen ernst nehmen." Schließlich sei die CDU nach wie vor die einzige Partei, die für jeden Ortsteil einen Verband hat. Die Die Wirtschaft soll durch Ausschreibung neuer Gewerbeflächen angekurbelt, die Ortsteile durch neue Wohnbebauung belebt werden. Goch soll ein neues Image bekommen: "Lass uns auch wieder über die schönen Dinge in Goch reden. Wir können stolz auf unsere Stadt sein", meint van Baal.

Auch Bürgermeister Karl-Heinz Otto zeigte sich überzeugt von dem 60-Jährigen. "Ich halte ihn für einen hervorragenden Kandidaten, der meine volle Unterstützung hat", sagte der Bürgermeister. Bis zum 13. September hat die CDU Zeit, die Bürger von Heinz van Baal zu überzeugen. Dann wird in Goch gewählt.

 

Quelle: RP