Ausschuss stimmt für Schulschließung

Goch. Elf von neunzehn Mitgliedern des Gocher Schulausschusses stimmten für den Antrag von BFG und SPD, der die Auflösung der St.-Martin-Hauptschule Pfalzdorf zum Beginn der Sommerferien 2017 vorsieht. Von Michael Baers

Ein flammendes Plädoyer für den Erhalt einer Schule, an der man selbst unterrichtet, klingt anders. "Ich möchte zur Versachlichung der Debatte beitragen", begann Schulleiterin Ulrike Flores ihren Kommentar zum Antrag von BFG und dem SPD. Der fordert, dass für das Schuljahr 2015/2016 an der Gemeinschaftshauptschule St.-Martin-Hauptschule kein Anmeldeverfahren mehr durchgeführt wird, die Schule mit Ablauf des Schuljahres 2016/2017 aufgelöst und die zu diesem Zeitpunkt verbliebenen drei Klassen zu Beginn des Schuljahres 2017/2018 in die Gustav-Adolf-Schule integriert werden.

"Ich bin seit 2007 an dieser Schule, damals hatten wir noch 400 Schüler", führte Flores aus. Heute werden noch rund 200 an der Pfalzdorfer Hauptschule unterrichtet. "Und ich muss hinzufügen, dass ich im Laufe der Zeit hier erstaunt war, wie viel Mühe sich die Stadt Goch mit den Hauptschulen gibt. Doch es ist nun einmal auch so, dass die Schülerzahlen eindeutig sind. Das sagt nichts über die vom Kollegium geleistete Arbeit aus, doch es lässt sich nicht ändern", so die Schulleiterin weiter.

Zuvor hatte Schulrätin Angelika Platzen den Ausschuss-Mitgliedern dieselbe Sicht der Dinge erläutert: "Das Gesetzt sieht bei Hauptschulen eine Zweizügigkeit vor. Weniger wird lediglich geduldet, wenn es die einzige weiterführende Schule am Ort ist." Als Schulrätin sei sie für die Qualität verantwortlich und die hänge von der Lehrerzahl ab, die sich wiederum nach der Anzahl der Schüler richte. Und die sei geschrumpft. Deutlich sogar. In Pfalzdorf, so Platzen, gerate "das System an seine Grenzen".

Von diesen Argumenten nicht überzeugt wurde wie zu erwarten die CDU-Fraktion. Die Pfalzdorferin Katharina Verhoeven-Scholz verteidigte den vor zwei Jahren (damals übrigens einstimmig) beschlossenen Ratsentscheid, die Anmeldezahlen Jahr für Jahr abzuwarten. An den Fakten habe sich nichts geändert und die 500 000 Euro, die die Stadt laut BFG- und SPD-Antrag mit der Auflösung jährlich sparen würde, sei eine fiktive Zahl. "Die Schüler und Lehrer sind dann ja nicht mit einem Mal weg", so Verhoeven-Scholz. Lediglich bei den Gebäudekosten gebe es ein maximales Einsparpotenzial von etwa 100 000 Euro. Darüber hinaus gebe es für eine Nachfolgenutzung außer Ideen noch nichts Konkretes. Eine Einschätzung, die am Tag nach der Sitzung auch der Gocher Bürgermeister Karl-Heinz Otto teilte. Der RP bestätigte Otto, dass es von ihm im Zuge der Debatte um die St-Martin-Hauptschule sowohl vor zwei Jahren als auch jetzt zwar eine Anfrage nach einer möglichen Verlegung des Berufsschulstandortes im Gocher Zentrum nach Pfalzdorf gegeben habe, doch der Kreis, der derzeit in Geldern ein neues Berufskollegzentrum entstehen lässt, sehe "keinen Gesprächsbedarf".

Folglich blieben die Christdemokraten im Gegensatz zum Rest der im Ausschuss vertretenen Fraktionen bei ihrer Ablehnung des Antrags. Für die Stadt Goch heißt das, dass nun die sogenannten "schulorganisatorischen Maßnahmen" eingeleitet werden. Die Schulkonferenz der St.-Martin-Hauptschule wird informiert und anschließend eine Beschlussfassung formuliert, die dann dem Rat vorgelegt werden kann.

 

Quelle: RP