CDU Pfalzdorf gegen Schulschließung

Goch. Die Frage der Nachnutzung sei nicht geklärt, die Turnhalle müsse erhalten bleiben. Elternwille soll entscheiden: Das Auslaufen der St.-Martin-Schule sei erst ein Thema, wenn die Anmeldezahlen es nicht mehr anders zulassen. Von Ludwig Krause

Die Pläne von SPD und BFG, die St.-Martin-Schule in Pfalzdorf mittelfristig auslaufen zu lassen, haben in der Weberstadt hohe Wellen geschlagen. Elternvertreter hatten sich in der Rheinischen Post empört gezeigt, nun hat auch der Ortsverband der CDU aus Pfalzdorf getagt und ist zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen. "Es gibt einen Ratsbeschluss und wir als Ortsverband der CDU Pfalzdorf sehen überhaupt keine Notwendigkeit, daran jetzt zu rütteln", sagt die Vorsitzende des Verbandes, Katharina Verhoeven-Scholz.

Das Thema sei sehr ausführlich besprochen worden, weil es auch den Bürgern und Vereinen im Ort am Herzen liege. "Wir können dem Antrag so wie die beiden Parteien ihn vorgelegt haben, nicht folgen", sagt Verhoeven-Scholz. In der kommenden Woche kommt das Thema in den Schulausschuss, vorher wird sich auch die gesamte CDU-Fraktion getroffen und abgestimmt haben, um dann geschlossen auftreten zu können. "Wir werden unsere Standpunkte dort aber sehr deutlich machen", meint die Ortsverbandsvorsitzende.

Der bestehende Ratsbeschluss, auf den sich die Pfalzdorfer Christdemokraten berufen, sieht eine schrittweise Schulschließung erst vor, wenn die Schülerzahlen unter einen kritischen Punkt gesunken sind. "Das ist aber überhaupt noch nicht der Fall", sagt Verhoeven-Scholz. Ähnlich argumentieren auch Elternvertreter wie Ingrid Riddermann. "Es kann nicht sein, dass die Schule jetzt kaputtgeredet wird und dadurch Fakten geschaffen werden", sagt sie. Warum die beiden Parteien jetzt mit dem Vorschlag vorstoßen, verstehe sie nicht. Auch Katharina Verhoeven-Scholz mutmaßt, dass jetzt eine Schule geschlossen werden soll, damit die andere erhalten bleibt. "Dabei wünschen viele Eltern, eine Alternative zum gebundenen Ganztag zu haben", sagt sie. Eine Schulform etwa, bei der die Kinder mittags aus der Schule kommen und gemeinsam am Tisch essen können. "Der Elternwille muss für uns doch entscheidend sein."

Weiterhin ungeklärt sieht die Ortsverbandsvorsitzende auch die Frage der Nachfolgenutzung. Laut BFG und SPD sollte das Gebäude mit Beschluss zur Auflösung der St.-Martin-Schule dem Kreis Kleve als Teilstandort des Berufskollegs Kleve angeboten werden. Im Gegenzug soll die Stadt Goch dann das derzeit vom Berufskolleg Kleve genutzte Gebäude in der Jacobstraße nach einem noch zu bestimmenden Wertausgleich übernehmen. "Für mich ist überhaupt noch nicht geklärt, ob der Kreis Kleve das Gebäude übernehmen möchte", sagt Verhoeven-Scholz.

Sollte das gar nicht der Fall sein, würde man plötzlich mit einem ungewollten Leerstand im Ort zu kämpfen haben. "Der zieht dann schnell Vandalismus an und verursacht ebenfalls Kosten im Unterhalt", argumentiert sie.

Ein Punkt liegt den Pfalzdorfern dabei besonders am Herzen: Dass die Turnhalle erhalten bleibt. "Uns haben Vereine wie Alemannia Pfalzdorf und der IPK bereits deutlich gemacht, dass sie für ihr Training und die Jugendarbeit auf das Gebäude angewiesen sind. Das unterstützen wir in vollem Umfang", sagt Katharina Verhoeven-Scholz.

Die öffentliche Schulausschussitzung findet am Donnerstag, 30. Oktober, 18 Uhr statt.

 

Quelle: RP