Hauptschule in Pfalzdorf vor dem Aus

Goch. BFG und SPD haben im Schulausschuss die schrittweise Auflösung der Gemeinschaftshauptschule St. Martin Pfalzdorf beantragt. Vorstoß aus formellen Gründen auf 30. Oktober vertagt. CDU will beraten, zeigt sich aber gesprächsbereit. Von Ludwig Krause

Jetzt wird es ernst für die St.-Martin-Gemeinschaftshauptschule in Pfalzdorf. Das BFG hat gemeinsam mit der SPD einen Antrag in den Schulausschuss eingebracht, um die Schule schrittweise auslaufen zu lassen. Heftige Kritik kam von der CDU - jedoch nicht grundsätzlich am Inhalt, sondern rein formell, weil der Antrag mit verkürzter Ladungsfrist eingebracht worden war. "Ich habe klar gemacht, was wir davon halten, dass plötzlich freitagsnachmittags Anträge herumgeschickt werden", sagt Katharina Verhoeven-Scholz (CDU). Dies sei schlicht unkollegial. Nach heftiger Debatte wurde die inhaltliche Auseinandersetzung auf eine Sondersitzung des Schulausschusses am 30. Oktober vertagt.

Und die dürfte wegweisend werden für die Zukunft der St.-Martin-Schule. Der Beschlussvorschlag von BFG und SPD sieht vor, dass für das Schuljahr 2015/16 kein Aufnahmeverfahren mehr an der Schule durchgeführt wird. Zum selben Zeitpunkt soll dem Willen der beiden Parteien nach geprüft werden, welche Gebäudeteile für den Schulbetrieb nicht mehr erforderlich sind, um Betriebskosten einzusparen. Mit dem Ablauf des Schuljahres 2017/18 werde die Schule demnach endgültig aufgelöst. Die zu diesem Zeitpunkt drei verbliebenen Klassen (jeweils eine achte, neunte und zehnte Klasse) sollen dann in die Gustav-Adolf-Schule integriert werden. Mit dem Beschluss zur Auflösung der Schule soll das Gebäude schließlich dem Kreis Kleve als Teilstandort des Berufskollegs angeboten werden, um das vom Berufskolleg genutzte Gebäude an der Jacobstraße im Gegenzug zu übernehmen.

Bürgerforum und Sozialdemokraten begründen ihren Antrag unter anderem mit den Aufwendungen von etwa 500 000 Euro, die jährlich für die Schule nötig sind. "Das rechnet sich nicht für eine Klasse pro Jahrgang. Früher hätte man Zwergenschule dazu gesagt", meint Klaus-Dieter Nikutowski. Zudem seien Fächerabdeckung und Wahlmöglichkeiten im Wahlpflichtbereich eingeschränkt. Dies mindere die Ausbildungsqualität, was nicht im Sinne des Schulträgers sein könne, heißt es im Antrag. "Die Gustav-Adolf-Hauptschule muss ja schon aushelfen, weil quantitativ das Lehrer-Potenzial in Pfalzdorf nicht mehr gegeben ist", sagt Nikutowski. "Der Beschluss ist eine vernünftige Entscheidung, für die Kinder und die Finanzen", sagt er.

Die CDU hatte sich zuletzt gegen eine Schließung ausgesprochen. Katharina Verhoeven-Scholz betont zwar, dass man sich zunächst intern absprechen möchte. Johannes Verhoeven lässt jedoch durchblicken, dass man sich unter bestimmten Voraussetzungen gesprächsbereit zeigt. "Eine Hauptschule in Goch muss erhalten bleiben", sagt Verhoeven. "Ich werde solange der Schließung der Schule nicht zustimmen, ehe eine absolute Folgenutzung gewährleistet ist", sagt er. Das Gebäude sei für Pfalzdorf wichtig, zum Beispiel aufgrund der Turnhalle. Klaus-Dieter Nikutowski sieht Potenziale in einer Pflegeschule an dem Standort. "Das Thema wird in Goch immer größer, der Bedarf ist absolut da", meint er.

Quelle: RP